Der Achtelfinal-Dienstag der WM 2026 hat den letzten Rest an Drama geliefert. In Atlanta drehen Cristian Romero, Lionel Messi und Enzo Fernández binnen elf Minuten ein 0:2 gegen Ägypten in ein 3:2. In Vancouver zittert die Schweiz Kolumbien nach 120 torlosen Minuten im Elfmeterschießen mit 4:3 nieder. Damit stehen alle acht Viertelfinal-Duelle der WM 2026 fest.
Eckdaten Achtelfinal-Dienstag 7. Juli 2026
- Argentinien – Ägypten 3:2 (Achtelfinale 7) – Mercedes-Benz Stadium, Atlanta; Schiedsrichter: François Letexier (Frankreich); Tore: Yasser Ibrahim 15., Mostafa Ziko 67., Cristian Romero 79., Lionel Messi 83., Enzo Fernández 90.+2
- Schweiz – Kolumbien 0:0 n.V., 4:3 i.E. (Achtelfinale 8) – BC Place, Vancouver; 52.497 Zuschauer; Schiedsrichter: Iván Barton (El Salvador)
- Turnier: FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026, Achtelfinale (Round of 16)
- Nächstes Spiel: Viertelfinale 1 – Frankreich – Marokko, Donnerstag 9. Juli, 22:00 MESZ, Gillette Stadium, Foxborough
Messi und Enzo drehen ein 0:2 in Atlanta
Das Mercedes-Benz Stadium in Atlanta – Heimstätte der Atlanta Falcons in der NFL und Schauplatz von sechs WM-2026-Spielen – erlebt den vielleicht wildesten Achtelfinal-Nachmittag des Turniers. Argentinien geht als Gruppensieger und Titelverteidiger in die Partie gegen Ägypten, das sich als Gruppendritter unter dem seit 2024 amtierenden Portugiesen Hossam Hassan bis hierhin durchgekämpft hatte.
Und dann kommt Ägypten aus dem Nichts. In der 15. Minute köpft Innenverteidiger Yasser Ibrahim eine Ecke aus dem Rückraum ein – 1:0. Argentinien wirkt konsterniert, bleibt aber zunächst kontrolliert. Dann, in der 67. Minute, das Duo Salah–Ziko: Mostafa Mohamed “Ziko” verwertet einen Konter zum 2:0. Das ausverkaufte Mercedes-Benz Stadium in Atlanta ist auf dem Weg zur ganz großen Sensation.
Doch Argentinien schaltet um. In der 79. Minute stochert Cristian Romero nach einer Ecke den Anschluss über die Linie – 1:2. Vier Minuten später, in der 83. Minute, kommt Lionel Messi aus dem Halbfeld, zieht in den Strafraum und schiebt zum 2:2 ein. Wer jetzt an Verlängerung denkt, wird noch einmal überrascht: In der zweiten Minute der Nachspielzeit trifft Enzo Fernández aus zwölf Metern zum 3:2 – Schlusspfiff, ägyptische Spieler auf dem Rasen, argentinische in der Jubeltraube.
Es ist das erste Comeback von einem 0:2-Rückstand in einem WM-Achtelfinale seit Portugal – Nordkorea 1966 – ein Detail, das in Buenos Aires für Erleichterung, in Kairo für Fassungslosigkeit sorgt. Schiedsrichter war der Franzose François Letexier, einer der aktivsten Referees dieser WM.
Torlos in Vancouver: Schweiz bezwingt Kolumbien im Elfmeterschießen
Zeitgleich, aber in ganz anderem Rhythmus, das Achtelfinale 8 im BC Place in Vancouver. Kanadas Nationalstadion – Heimstätte der Vancouver Whitecaps und der BC Lions in der CFL – ist mit einem geschlossenen Zeltdach die einzige Indoor-Arena der WM 2026 auf kanadischem Boden. 52.497 Zuschauer sehen 120 Minuten, in denen Torhüter Gregor Kobel und sein kolumbianisches Pendant Camilo Vargas die klaren Chancen aus dem Spiel heraus verhindern.
Die Schweiz unter Murat Yakin kommt mit ihrer klassischen 4-3-3-Ordnung, Kolumbien mit dem argentinischen Trainer Néstor Lorenzo in 4-1-2-3. Beide Teams neutralisieren sich – Xherdan Shaqiri und James Rodríguez dosieren, aber der letzte Pass fehlt. Nach 90 Minuten 0:0, nach 120 Minuten 0:0.
Im Elfmeterschießen dann die Nervensache. Kobel pariert den zweiten kolumbianischen Versuch, danach hält Vargas den fünften Schweizer Schuss – zwischendrin verwandeln beide Teams sicher. Am Ende steht es 4:3 für die Schweiz. Für Kolumbien, das sich als Gruppensieger der Gruppe H mit Siegen gegen Ghana und Usbekistan angeschlichen hatte, endet das Turnier in Vancouver. Für die Schweiz, die zuvor Bosnien und Algerien aus dem Weg räumte, ist es die erste WM-Viertelfinalteilnahme seit 1954. Schiedsrichter war Iván Barton aus El Salvador.
Das Viertelfinal-Tableau der WM 2026
Damit stehen die Paarungen und Ansetzungen für die Viertelfinals fest:
- Donnerstag 9. Juli, 22:00 MESZ – Frankreich – Marokko – Gillette Stadium, Foxborough
- Freitag 10. Juli, 21:00 MESZ – Spanien – Belgien – SoFi Stadium, Inglewood
- Samstag 11. Juli, 23:00 MESZ – Norwegen – England – Hard Rock Stadium, Miami Gardens
- Sonntag 12. Juli, 03:00 MESZ – Argentinien – Schweiz – Arrowhead Stadium, Kansas City
Vier europäische Teams (Frankreich, Spanien, Belgien, Norwegen, England, Schweiz) treffen auf zwei außereuropäische Halbfinal-Aspiranten: Marokko – schon 2022 in Katar Halbfinalist und aktuell mit Achraf Hakimi als Kapitän – und Argentinien, der Titelverteidiger.
Besonders spannend: Das Halbfinal-Bracket ist so gesetzt, dass die Sieger von Frankreich–Marokko und Norwegen–England auf einer Seite aufeinandertreffen, die Sieger von Spanien–Belgien und Argentinien–Schweiz auf der anderen. Bedeutet: Ein potenzielles Frankreich – Argentinien wie 2022 in Katar wäre erst im Finale am 19. Juli im MetLife Stadium möglich.
Wer ist Favorit im ersten Viertelfinale?
Frankreich kommt souverän aus der Gruppenphase (Gruppensieger Gruppe I mit 4:1 gegen Norwegen als Ausrufezeichen) und hat im Sechzehntelfinale Schweden 3:0 und im Achtelfinale Paraguay 1:0 ausgeschaltet. Marokko hat im Sechzehntelfinale die Niederlande im Elfmeterschießen bezwungen und im Achtelfinale Gastgeber Kanada 3:0 demontiert – Trainer Mohamed Ouahbi, seit 2026 im Amt nach dem U-20-WM-Titel 2025 in Chile, hat den Umbruch nach der Regragui-Ära geräuschlos gemeistert.
Das erste Aufeinandertreffen der Zwei nach dem WM-Halbfinale 2022 (damals 2:0 für Frankreich in Al Chaur) wird im Gillette Stadium in Foxborough Massachusetts steigen – der Heimstätte der New England Patriots. Für Marokko könnte es das erste WM-Halbfinale in der eigenen Kontinent-Historie werden, in dem sie das Duell gegen Frankreich revanchieren.
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Quellen
- FIFA-Match-Daten der Achtelfinal-Partien vom 7. Juli 2026
- Fußball-Weltmeisterschaft 2026 – Wikipedia
- Mercedes-Benz Stadium – Wikipedia
- BC Place – Wikipedia
- Gillette Stadium – Wikipedia
- Lionel Messi – Wikipedia
- FIFA World Cup 2026 – Fixtures & Results (FIFA)
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