Eckdaten — Deutsche & Ex-Bundesliga-Profis im CL-Finale 2026
- Finale: Sa, 30. Mai 2026, 21:00 Uhr (MESZ) · Puskás Aréna Budapest · PSG vs. Arsenal
- TV: ZDF (Free-TV) & DAZN (Pay-Stream) · Übertragungs-Guide
- Deutscher Spieler im Finale (DFB-Pass): 1 — Kai Havertz (FC Arsenal)
- Im PSG-Kader 2025/26: kein Deutscher, aber Lucas Hernández (Ex-Bayern, Triple-Sieger 2019/20)
- Im Arsenal-Kader 2025/26: Kai Havertz (Aachen, Ex-Leverkusen) + Viktor Gyökeres (war 2019/20 leihweise beim FC St. Pauli, 2. Bundesliga)
- Trainer-Duell: Luis Enrique (ESP) vs. Mikel Arteta (ESP) — kein deutscher Coach beteiligt
- Tage bis Anstoß: 5 · Finale-Hauptartikel: PSG vs. Arsenal, Budapest 2026
Fünf Tage vor dem Champions-League-Finale 2026 in Budapest stellt sich für deutsche Fußballfans die immer gleiche Frage: Wer von uns ist überhaupt noch dabei? Nach dem Bayern-Aus im Halbfinale gegen PSG ist das deutsche Kontingent in der Königsklasse auf ein historisch dünnes Niveau geschrumpft. Gestern haben wir Ferenc Puskás porträtiert, den Namensgeber des Finalstadions — heute schauen wir auf die DFB-Pässe in den Kabinen.
Die kurze Antwort: Es ist genau einer. Sein Name: Kai Havertz. Geboren in Aachen, ausgebildet bei Bayer 04 Leverkusen, jetzt Mittelstürmer beim FC Arsenal. Und er steht 90 Minuten vor seinem zweiten Champions-League-Titel — zwischen ihm und der Trophäe steht der amtierende Titelverteidiger Paris Saint-Germain.
Kai Havertz — Der einzige deutsche Spieler im CL-Finale 2026
Steckbrief
- Voller Name: Kai Lukas Havertz
- Geboren: 11. Juni 1999 in Aachen
- Größe: 1,93 m
- Position: Mittelstürmer / Offensives Mittelfeld
- Rückennummer Arsenal: 29
- DFB-Länderspiele: 57 / 21 Tore (Stand: 30. März 2026)
- CL-Titel bisher: 1 (mit Chelsea 2020/21)
Der Aachener Junge, der nie nach München wollte
Havertz wächst im Alsdorfer Stadtteil Mariadorf auf, kickt zwischen 2003 und 2009 bei Alemannia Mariadorf, kurz bei Alemannia Aachen, und schließt sich 2010 der Nachwuchsabteilung von Bayer 04 Leverkusen an. Sein Profidebüt für die Werkself folgt 2016 — er ist da gerade 17. Bis heute hält er einen Bundesliga-Rekord: Havertz ist der jüngste Spieler, der mindestens 100 Bundesliga-Spiele absolviert hat. In vier Jahren bei Leverkusen kommt er auf 118 Ligaspiele und 36 Tore.
Sein Wechsel im September 2020 zum FC Chelsea kostet rund 80 Millionen Euro — damit ist der 21-Jährige zu diesem Zeitpunkt der teuerste deutsche Spieler aller Zeiten. Den Preis rechtfertigt er schnell: In seiner ersten Saison schießt er beim 1:0 im Finale gegen Manchester City das entscheidende Tor zum Champions-League-Titel 2020/21. Sein erster CL-Pokal.
Arsenal seit 2023 — und jetzt der zweite Anlauf
Im Juli 2023 wechselt Havertz für rund 75 Millionen Euro zu Arsenal. Unter Mikel Arteta wird der dünne Junge aus Aachen zum körperlichen Brecher im Sturmzentrum umfunktioniert — eine Rolle, die er bei Leverkusen so nie gespielt hat. In der Saison 2025/26 stand er nach den Ligaspielen bei 71 Premier-League-Einsätzen für Arsenal mit 24 Toren (Stand: 16. Mai 2026).
In der laufenden Champions-League-Saison spielte Havertz eine zentrale Rolle auf dem Weg ins Finale — Arsenal steht damit zum ersten Mal seit dem 0:2 gegen Barcelona 2006 wieder in einem CL-Endspiel (wir haben die Arsenal-Geschichte ausführlich aufgeschrieben).
Was am 30. Mai auf dem Spiel steht: Havertz kann als erst sechster deutscher Spieler zweimal die Champions League gewinnen — der Kreis um Toni Kroos, Sami Khedira, Mesut Özil, Antonio Rüdiger und einige wenige andere. Und er könnte der erste Deutsche werden, der mit zwei verschiedenen englischen Klubs den Henkelpott holt.
Wie sind seine Chancen?
Statistisch ist Arsenal leichter Underdog — die Wett-Quoten und Form-Analyse sehen PSG knapp vorn. Aber: Arsenal hat in der K.o.-Runde gegen Atlético Madrid (Halbfinale) und ein selbstbewusstes Real Madrid (Viertelfinale) gezeigt, dass die Gunners auf großen europäischen Bühnen plötzlich abgezockt wirken. Havertz selbst hat im Finale 2021 schon einmal das entscheidende Tor gemacht. Dass er das ein zweites Mal kann, würde niemand ausschließen.
Lucas Hernández — Der PSG-Verteidiger mit Bayern-Triple im Lebenslauf
Im PSG-Kader 2025/26 spielt kein Deutscher — aber die wichtigste Bayern-Verbindung im Finale heißt Lucas Hernández.
- Geboren: 14. Februar 1996 in Marseille
- Nationalität: Frankreich (Weltmeister 2018)
- Position: Innen- / Linksverteidiger
- PSG-Rückennummer: 21
- Bei Bayern: Juli 2019 bis Sommer 2023, 74 Bundesliga-Spiele
- Größter Titel mit Bayern: Triple-Gewinner 2019/20 (Meisterschaft, DFB-Pokal, Champions League)
Hernández kam im Sommer 2019 für damals rekordverdächtige 80 Millionen Euro von Atlético Madrid zum FC Bayern — und wurde sofort zur Schlüsselfigur in der Triple-Saison 2019/20 unter Hansi Flick. Mit Bayern gewann er die Champions League gegen ausgerechnet PSG (1:0 in Lissabon). Sechs Jahre später spielt er im Finale auf der anderen Seite — und kann dort, was ihm bei Bayern als 23-Jähriger gelungen ist, wiederholen.
Für deutsche Fans, die Hernández noch aus seiner Münchener Zeit kennen, wird das Finale am Samstagabend ein doppelter Déjà-vu: Bayerns ehemaliger Abwehrchef gegen Bayer Leverkusens Ex-Wunderkind. Ein Stück Bundesliga steht so oder so auf dem Rasen — nur eben in fremden Trikots.
Viktor Gyökeres — Der Arsenal-Stürmer, der mal bei St. Pauli kickte
Eine deutlich überraschendere Bundesliga-Verbindung steckt im Lebenslauf des Arsenal-Stürmers Viktor Gyökeres:
- Geboren: 4. Juni 1998 in Stockholm
- Position: Mittelstürmer (Arsenals Nummer 14)
- Karriereweg: Brommapojkarna → Brighton → Leihen → Coventry → Sporting CP → Arsenal (Sommer 2025)
Was viele nicht wissen: Bevor Gyökeres bei Sporting Lissabon zum Tor-Monster wurde (68 Tore in 66 Liga-Spielen), spielte er 2019/20 auf Leihbasis beim FC St. Pauli in der 2. Bundesliga — 26 Spiele, 7 Tore für die Hamburger. Die Leihe war damals durchwachsen, der Durchbruch kam später bei Coventry und Sporting. Heute spielt der Schwede im CL-Finale.
St.-Pauli-Fans, die 2019 noch ratlos vor seinem Spiel saßen, dürfen am Samstag mit einer gewissen Genugtuung zuschauen. Aus dem Millerntor-Stürmer wurde ein Königsklassen-Finalist.
Was diese Statistik historisch macht
Nur ein einziger DFB-Spieler in einem CL-Finale ist für deutsche Verhältnisse historisch dünn. Zur Einordnung: In den letzten 15 Jahren standen in praktisch jedem CL-Finale mindestens zwei, oft mehr Deutsche auf dem Platz — sei es durch Bayern-Beteiligungen, durch deutsche Schlüsselspieler bei Madrid (Khedira, Kroos), Chelsea (Rüdiger, Havertz), Arsenal (Özil) oder Liverpool (Götze-Generation).
Dass im Jahr 2026 nur ein einziger deutscher Profi dabei ist, hat mehrere Gründe:
- Bayerns Halbfinal-Aus gegen PSG (wir haben das Rückspiel rekapituliert) eliminierte das größte deutsche Kontingent
- Real Madrid scheiterte im Viertelfinale gegen Bayern — wieder mit Antonio Rüdiger als einzigem Deutschen
- Top-Talente wie Florian Wirtz spielen noch bei Bayer Leverkusen oder anderen Klubs, die in der K.o.-Phase früh raus waren
- Toni Kroos hat seine Karriere 2024 beendet — der serielle CL-Sieger fehlt
Havertz trägt diese Last allein. Für ihn persönlich wäre ein zweiter Titel der nächste Schritt in Richtung „bester deutscher Stürmer seiner Generation” — eine Debatte, die Niclas Füllkrug, Tim Kleindienst und Wirtz mit ihm noch jahrelang ausfechten werden.
Coaching: Keine deutschen Trainer im Finale
Im Trainerstab sieht es ähnlich dünn aus:
- PSG: Cheftrainer Luis Enrique (Spanien, geboren 1970, Vertrag bis Juni 2027)
- Arsenal: Cheftrainer Mikel Arteta (Spanien, seit Dezember 2019 im Amt)
Kein deutscher Trainer, kein deutscher Assistent in einer Schlüsselrolle. Auch das eine seltene Konstellation — Jürgen Klopp ist seit Sommer 2024 nicht mehr im Klub-Geschäft, Hansi Flick coacht den FC Barcelona, Thomas Tuchel sitzt auf der englischen Nationalmannschafts-Bank.
Was bedeutet das für deutsche Zuschauer?
Sportlich heißt das schlicht: Wer am Samstagabend ein deutsches Trikot auf dem Platz sehen will, muss zu Arsenal halten. Kai Havertz ist 90 Minuten lang die einzige Verbindung zwischen dem CL-Finale 2026 und der deutschen Fußball-Familie.
Für die Geschichtsbücher wäre ein Arsenal-Sieg trotzdem speziell:
- Erstmals seit 2006 wieder Arsenal als CL-Sieger — und damit ein neuer Klub in der Liste der CL-Champions
- Zweiter CL-Titel für Havertz — Einreihung in einen sehr exklusiven deutschen Klub
- Erster Titel eines Arsenal-Stürmers im CL-Finale seit Henry’s Generation
Sollte PSG gewinnen, wäre die Bayern-Connection besonders bitter: Lucas Hernández würde mit zwei verschiedenen Klubs gegen Bayern bzw. mit Ex-Bayern-Power zum Titel kommen. Ein offener Triumph der Münchner Triple-Schule — nur eben nicht in München.
Cliffhanger — Morgen lesen wir
Morgen schauen wir auf die Champions-League-Saison 2025/26 zurück und küren die fünf spannendsten K.o.-Runden-Duelle — vom Achtelfinale bis ins Halbfinale, inklusive Bayerns Triumph über Real Madrid und den dramatischen Halbfinale-Spielen, die PSG und Arsenal überhaupt erst nach Budapest gebracht haben.
➡️ Morgen: CL-Saison 2025/26 K.o.-Runde — Die heißesten Duelle der Saison
Quellen
- Wikipedia: Kai Havertz (Geburts- & Karrieredaten, Vereinsstationen, Länderspielbilanz, Stand 16. Mai 2026)
- Wikipedia: Lucas Hernández (Vereinsstationen, Bayern-Triple 2019/20, PSG seit 2023)
- Wikipedia: Viktor Gyökeres (Karriereweg, St.-Pauli-Leihe 2019/20: 26 Spiele/7 Tore, Wechsel zu Arsenal 2025)
- Wikipedia: Mikel Arteta und Luis Enrique
- football-data.org API — vollständige Kader von PSG (Team-ID 524) und Arsenal FC (Team-ID 57), abgerufen am 25.05.2026
- Wikipedia: UEFA Champions League 2020/21 (Chelsea CL-Sieg, Havertz’ Finaltor)
- Wikipedia: UEFA Champions League 2005/06 (Arsenal letztes CL-Finale vor 2026)
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