Geschichte & Fakten
Das Merck-Stadion am Böllenfalltor, liebevoll „Bölle” genannt, ist eines der traditionsreichsten Stadien im deutschen Fußball. Seine Geschichte beginnt 1919 mit der Fusion zweier Darmstädter Vereine und der Suche nach einer eigenen Sportstätte. 1921 wurde das Stadion mit einer Festwoche eröffnet — das Eröffnungsspiel gewann der SV 98 gegen Helvetia Frankfurt mit 4:1. Nach dem Zweiten Weltkrieg beschlagnahmten amerikanische Truppen das Stadion als Baseball-Platz. Erst 1950 konnten die Lilien zurückkehren. Der Zuschauerrekord wurde 1981 aufgestellt, als über 30.000 Fans das Spiel gegen den FC Bayern München sahen. Seit 2014 ist der Chemiekonzern Merck Namenssponsor. Die aktuelle Kapazität beträgt 17.810 Plätze nach umfangreichen Modernisierungen.
Atmosphäre
Das Böllenfalltor lebt von seinem einzigartigen Charme: Die kompakte Bauweise, die Nähe zum Spielfeld und die leidenschaftlichen Lilien-Fans schaffen eine Atmosphäre, die deutlich größere Arenen vor Neid erblassen lässt. Die Gegengerade und die Südkurve sind die Stimmungszentren. Bei Abendspielen unter Flutlicht auf den historischen Masten entfaltet das Bölle seinen vollen Zauber. Die Fans sind bekannt für ihre Treue und haben den Verein auch durch schwierige Zeiten in den unteren Ligen begleitet.
Beste Plätze
Die Haupttribüne bietet überdachte Sitzplätze mit guter Übersicht. Für Stimmung sind die Stehplätze auf der Gegengerade ideal. Die Südkurve ist das Zentrum der organisierten Fanszene. Familien mit Kindern finden im Familienblock auf der Nordseite geeignete Plätze. VIP-Plätze befinden sich im S-Block der Haupttribüne.
Essen & Trinken
Hessische Spezialitäten bestimmen das Angebot: Handkäs mit Musik, die regionale Bratwurst und natürlich Äppelwoi dürfen nicht fehlen. Dazu gibt es die üblichen Stadionklassiker wie Currywurst und Pommes. Die Preise sind für ein Zweitliga-Stadion fair. Geheimtipp: Der Imbissstand an der Südkurve serviert die beste Bratwurst im Stadion.
Anreise-Tipps
Die Straßenbahnlinie 9 bringt Fans direkt vom Hauptbahnhof zum Stadion — bei Heimspielen ist die Fahrt mit dem Spieltagsticket kostenlos. Die Parkplatzsituation ist angespannt, da das Stadion in einem Wohngebiet liegt. Empfehlung: An der TU Darmstadt parken und zu Fuß gehen (ca. 10 Minuten). Radfahrer finden ausreichend Abstellmöglichkeiten am Stadion.
Insider-Tipps
Das Böllenfalltor ist ein Muss für jeden Groundhopper — der besondere Charme des historischen Stadions inmitten der Darmstädter Wohnviertel ist einmalig. Vor dem Spiel empfiehlt sich ein Besuch im Herrngarten, Darmstadts schönstem Park. Die Mathildenhöhe mit ihrem Jugendstil-Ensemble liegt nur wenige Kilometer entfernt und ist UNESCO-Welterbe. Die Stadionführung zeigt auch die historische Anzeigetafel aus dem Olympiastadion München, die 2001 hier aufgestellt wurde.