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DFB-Aus im Achtelfinale: Deutschland scheidet 4:5 nach Elfmeterschießen gegen Paraguay aus – Havertz und Woltemade scheitern an Orlando Gill im Gillette Stadium

Spielbericht Deutschland – Paraguay 4:5 i.E. (1:1 n.V., 1:1 n.r.S., 0:1 H.) im Gillette Stadium Foxborough: Enciso bringt Paraguay in der 42. Minute in Führung, Havertz gleicht in der 54. aus. In der Verlängerung fällt kein Tor mehr. Im Elfmeterschießen scheitern Havertz und Woltemade an Paraguays Keeper Orlando Gill, Tah trifft den Pfosten. Schiedsrichter Jalal Jayed aus Marokko. Deutschland scheidet im Sechzehntelfinale aus – Brasilien zieht ins Achtelfinale ein.

Eckdaten DFB-Spiel

  • Begegnung: Deutschland – Paraguay 1:1 n.V. (1:1, 0:1), 4:5 im Elfmeterschießen
  • Wettbewerb: WM 2026, Sechzehntelfinale (Round of 32)
  • Stadion: Gillette Stadium, Foxborough (Massachusetts) – Kapazität WM-Modus 65.000
  • Anstoß: Montag, 29. Juni 2026, 22:30 MESZ (20:30 UTC)
  • Schiedsrichter: Jalal Jayed (Marokko); Assistenten Zakaria Brinsi, Mustapha Akerkad (beide Marokko)
  • Tore: 0:1 Julio Enciso (42., Vorlage Matías Galarza), 1:1 Kai Havertz (54., Vorlage Florian Wirtz)
  • Aufstellung DFB (4-2-3-1): Neuer – Brown, Tah, Rüdiger, Kimmich – Pavlović, Nmecha – Sané, Wirtz, Havertz – Undav
  • Trainer: Julian Nagelsmann (Deutschland) – Gustavo Alfaro (Paraguay)

Das letzte deutsche Spiel dieser WM

Es ist vorbei. Vier Spiele, ein 7:1, ein knapper 2:1-Sieg, eine 1:2-Niederlage gegen Ecuador – und am Ende ein Elfmeterschießen, das niemand spielen wollte. Deutschland scheidet im Sechzehntelfinale der WM 2026 mit 4:5 nach Elfmeterschießen gegen Paraguay aus. Das Sommermärchen-Versprechen, das in Houston gegen Curaçao mit sieben Toren so leichtfüßig begonnen hatte, endet in einer kalten Nacht in Foxborough mit zwei vergebenen Elfmetern, einem Pfostenschuss und 65.000 ratlosen Gesichtern auf den Rängen des Gillette Stadium.

Paraguay zieht ins Achtelfinale ein – wo der Sieger des Duells Niederlande gegen Marokko wartet (siehe unten). Brasilien folgt durch ein 2:1 gegen Japan ebenfalls in die Runde der letzten 16.

Die erste Halbzeit: Paraguay traut sich – und trifft

Nagelsmann setzt auf bewährte Personalstruktur. Manuel Neuer im Tor, dahinter die Viererkette mit Nathaniel Brown auf links, Antonio Rüdiger und Jonathan Tah in der Innenverteidigung, Joshua Kimmich rechts. Im defensiven Mittelfeld stehen Aleksandar Pavlović und Felix Nmecha, davor die kreative Achse Wirtz – Sané – Havertz. Deniz Undav startet wieder vorne als Mittelstürmer, nachdem er gegen die Elfenbeinküste als Joker doppelt getroffen hatte.

Paraguay spielt unter Trainer Gustavo Alfaro im kompakten 4-5-1. Kapitän Gustavo Gómez führt die Innenverteidigung an, Andrés Cubas und Damian Bobadilla bilden das Bollwerk vor der Abwehr, Almirón und Galarza sollen mit Tempo umschalten, Gabriel Ávalos und Julio Enciso bilden die offensive Doppelspitze in flexiblen Rollen.

In den ersten 20 Minuten dominiert Deutschland Ballbesitz – aber ohne Druck. Wirtz versucht Pässe in die Halbräume, Sané sucht das Eins-gegen-Eins, Undav läuft sich frei, ohne dass ein gefährlicher Abschluss entsteht. Paraguay verteidigt mit zwei Viererketten, attackiert nur kurz nach Ballverlust.

In der 42. Minute wird der DFB-Plan ausgehebelt: Galarza schickt Enciso mit einem präzisen Pass durchs Zentrum auf die Reise – der Brighton-Stürmer behält die Übersicht und schiebt zum 0:1 ein. Es ist Paraguays erster richtiger Torschuss des Abends. Halbzeitstand 0:1 – und auf den deutschen Bänken werden die Tablets gezückt.

Zweite Halbzeit: Havertz gleicht aus, aber das Tor will nicht fallen

Nach der Pause bringt Nagelsmann Leon Goretzka für Felix Nmecha – mehr Box-to-Box-Präsenz, mehr Strafraumläufe. Es zahlt sich aus. In der 54. Minute zieht Wirtz im Halbraum nach innen, findet Havertz mit einer scharfen flachen Hereingabe – der DFB-Kapitän bleibt eiskalt und trifft zum 1:1.

Das Stadion bebt – kurz. Denn von nun an wird das Spiel zäh. Paraguay reagiert mit zwei Wechseln (Caballero, Mauricio kommen für Ávalos und Enciso), Deutschland bringt Jamal Musiala für Undav (63.) und kurz darauf Waldemar Anton für Pavlović (79.) und Nick Woltemade für Sané (88.). Sané bekommt von Nagelsmann ein paar deutliche Worte mit auf den Weg – die Außenbahn hatte nicht funktioniert wie erhofft.

Die letzten zehn Minuten der regulären Spielzeit gehören dem deutschen Druck. Musiala dribbelt sich zwei Mal in Strafraumnähe, Wirtz prüft Paraguays Keeper Orlando Gill mit einem Distanzschuss, Havertz nickt eine Tah-Flanke knapp am Pfosten vorbei. Aber das zweite Tor fällt nicht.

Verlängerung: Müde Beine, leere Räume, kein Treffer

In der Verlängerung spielt Deutschland mit der Brechstange – aber ohne Präzision. Paraguay bringt frische Beine (Velázquez, Ojeda, Sanabria, später Balbuena), zieht sich tief zurück und verteidigt die nullte Stunde am Limit. Schiedsrichter Jayed verteilt drei weitere Gelbe Karten – Almirón (105.), Havertz (106.) und Musiala (115.) sehen Karten für taktische Fouls bzw. Reklamieren, Galarza (117.) für ein hartes Foul an Wirtz.

Nagelsmann bringt in der 110. Minute Malick Thiaw für Rüdiger (Krampf) und Nadiem Amiri für Wirtz – beide Wechsel mit klarer Botschaft: Wir wollen die Elfmeter erzwingen. Wirtz war einer der besten DFB-Spieler des Turniers, aber für das Elfmeterschießen will Nagelsmann frische Schützen.

Es bleibt beim 1:1. Elfmeterschießen.

Das Elfmeterschießen: Wenn alles, was schiefgehen kann, schiefgeht

Es ist die deutsche Albtraum-Disziplin der letzten Jahre. Und in Foxborough wird sie es wieder. Die Reihenfolge im Detail:

  1. Havertz (GER) – pariert. Orlando Gill, Paraguays Keeper aus der heimischen Liga, hechtet in die richtige Ecke.
  2. Mauricio (PAR) – verwandelt zum 0:1.
  3. Kimmich (GER) – verwandelt zum 1:1.
  4. Gómez (PAR) – Kapitän verwandelt zum 1:2.
  5. Musiala (GER) – verwandelt zum 2:2.
  6. Galarza (PAR) – verwandelt zum 2:3.
  7. Woltemade (GER) – pariert. Wieder Gill, wieder die richtige Ecke.
  8. Sanabria (PAR) – verschossen. Plötzlich Hoffnung in Foxborough.
  9. Amiri (GER) – verwandelt zum 3:3.
  10. Balbuena (PAR) – verschossen. Es steht 3:3 nach fünf Schützen pro Seite, plötzliches Sudden Death.
  11. Tah (GER) – Pfosten. Der Innenverteidiger trifft das Aluminium.
  12. Canale (PAR) – verwandelt zum 3:4. Paraguay zieht ins Achtelfinale ein.

Endstand Elfmeterschießen 3:4 für Paraguay, gesamt 4:5 (Tor und Elfmeter zusammengezählt). Drei deutsche Fehlschüsse – zwei pariert, einer am Pfosten – gegen drei paraguayische Fehlschüsse. Den entscheidenden Unterschied macht Orlando Gill mit seinen zwei Paraden gegen Havertz und Woltemade.

Was bleibt: Einordnung des DFB-Turniers 2026

Vier Spiele, zwei Siege (7:1 gegen Curaçao, 2:1 gegen Elfenbeinküste), eine Niederlage in regulärer Spielzeit (1:2 gegen Ecuador), ein 1:1 mit Aus im Elfmeterschießen gegen Paraguay. Sechs Punkte in der Gruppe E (Gruppensieg per direktem Vergleich vor Ecuador), 11:5 Tore, dann das Aus in der ersten K.-o.-Runde.

Es ist das früheste WM-Aus seit der Vorrunde 2022 – und das früheste in einer K.-o.-Runde, seitdem die WM 2026 das neue Sechzehntelfinale eingeführt hat. Für Nagelsmann, der gerade noch mit Kapitän Havertz als Hoffnungsträger und Wirtz als Spielmacher in dieses Turnier gegangen war, beginnt ab heute die Analyse: Warum wirkte die Mannschaft in der zweiten Halbzeit gegen Paraguay so blockiert? Warum fehlte gegen Ecuador die Spielidee? Und warum lassen sich die deutschen Elfmeterschützen seit Jahren immer wieder ausrechnen?

Wir werden in den nächsten Tagen Antworten suchen, ohne in Schlagzeilen-Reflexe zu verfallen. Heute gilt erst einmal: Respekt vor Paraguay, das eine taktisch geschlossene Leistung gezeigt hat und sich verdient den Achtelfinaleinzug erkämpft hat. Trainer Alfaro hat aus der Mannschaft das Maximum herausgeholt.

Die anderen Achtelfinal-Tickets der Nacht

Brasilien 2:1 Japan (NRG Stadium Houston, Schiri Maurizio Mariani / Italien) – Japan ging durch Kaishu Sano (29.) in Führung, Casemiro (56.) glich aus, Martinelli (90.+6) schoss Brasilien in der Nachspielzeit zum Sieg. Die Selecao zieht ins Achtelfinale ein.

Niederlande – Marokko 1:1 n.V., 2:3 im Elfmeterschießen (Estadio BBVA Monterrey, Schiri Wilton Sampaio / Brasilien) – die zweite Sechzehntelfinal-Sensation der Nacht: Marokko, die Halbfinalisten von Katar 2022, schalten den Vize-Europameister Niederlande aus und stehen erneut in einem WM-Achtelfinale.

Wie geht es weiter im Sechzehntelfinale?

Heute Abend (Dienstag, 30. Juni 2026) finden zwei weitere Sechzehntelfinal-Partien statt:

  • Elfenbeinküste – Norwegen, AT&T Stadium Arlington (19:00 MESZ)
  • Frankreich – Schweden, MetLife Stadium East Rutherford (23:00 MESZ)

Damit endet die erste K.-o.-Runde am Mittwoch (1. Juli) bzw. Donnerstag (2. Juli) mit den letzten Partien. Das Achtelfinale beginnt am Freitag, 3. Juli 2026.

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Quellen

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