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Die 5 lautesten Stadien Deutschlands — Dezibel-Ranking

Welche Stadien in Deutschland sind am lautesten? Unser Ranking der 5 Arenen mit der besten Atmosphäre — von Dortmund bis Frankfurt.

Es gibt Stadien, in denen du das Spiel siehst. Und es gibt Stadien, in denen du es fühlst — im Brustkorb, in den Knochen, in jeder Faser. Wir haben die fünf lautesten Arenen Deutschlands zusammengestellt. Spoiler: Die Dezibel-Werte sind keine Labormessungen, sondern Erfahrungswerte aus Fanberichten, Medienquellen und Stadionmessungen bei Topspielen.

1. Signal Iduna Park, Dortmund — bis zu 129 dB

Überraschung? Keine. Der Signal Iduna Park ist das lauteste Stadion Deutschlands, und das ist keine knappe Angelegenheit. Die Südtribüne mit ihren 24.454 Stehplätzen ist die größte Stehplatztribüne Europas — und sie klingt auch so.

Warum so laut?

  • Steilheit: Die Ränge sind extrem steil gebaut. Der Schall wird nicht nach oben abgeleitet, sondern prallt zurück aufs Spielfeld
  • Dach: Das geschlossene Dach reflektiert den Schall nach unten — ein natürlicher Verstärker
  • Kapazität: 81.365 Zuschauer. Masse erzeugt Lautstärke, Punkt
  • Fankultur: BVB-Fans singen nicht nur bei Toren. Sie singen 90 Minuten durch

Bei Champions-League-Abenden erreicht der Signal Iduna Park regelmäßig Werte über 125 dB — das entspricht einem startenden Düsenjet. Gegnerische Spieler haben in Interviews bestätigt, dass sie sich auf dem Platz nicht verständigen können.

Legendärer Moment: Das 4:4 gegen Schalke 2017. Die Südtribüne war so laut, dass die TV-Mikrofone übersteuert haben.

Alles zum Signal Iduna Park

2. Stadion An der Alten Försterei, Berlin — bis zu 115 dB

Klein, kompakt, ohrenbetäubend. Das Stadion An der Alten Försterei von Union Berlin fasst nur 22.012 Zuschauer — und ist trotzdem lauter als die meisten 50.000er-Arenen.

Warum so laut?

  • Stehplatzanteil: Rund 75% der Plätze sind Stehplätze. Stehende Fans singen lauter als sitzende — Fakt
  • Kompakte Bauweise: Keine Laufbahn, keine Distanz. Die Fans stehen praktisch auf dem Spielfeld
  • Identifikation: Union-Fans sehen ihr Stadion als Wohnzimmer. Wer hier reinkommt, muss sich auf einen Hexenkessel einstellen
  • Kein Schnickschnack: Keine Leinwand-Animationen, keine DJ-Einspieler. Die Stimmung kommt von den Fans, nicht von der Technik

Das Besondere: Die Lautstärke ist hier nicht nur bei Topspielen da. Auch gegen den Tabellenvorletzten singt die Alte Försterei, als ginge es um die Champions League.

Alles zur Alten Försterei

3. Deutsche Bank Park, Frankfurt — bis zu 118 dB

Die Eintracht-Fans haben sich in den letzten Jahren einen europaweiten Ruf erarbeitet — nicht nur wegen ihrer Auswärtsfahrten, sondern auch wegen der Atmosphäre im Deutsche Bank Park. Die Nordwestkurve ist das Epizentrum.

Warum so laut?

  • Waldtribüne: Die legendäre Stehplatzkurve fasst über 10.000 Fans und ist steil wie ein Berghang
  • Choreografien: Frankfurt investiert in visuelle und akustische Inszenierung. Wenn die Nordwestkurve eine Choreo abfeuert, ist das Stadion elektrisiert
  • Europapokal-Nächte: Spätestens seit dem Europa-League-Sieg 2022 weiß ganz Europa, was Frankfurt kann. Die Hymne vor dem Anstoß ist legendär
  • Geschlossene Bauweise: Das Dach hält den Schall im Stadion — der Kessel-Effekt

Messwerte bei Europa-League-Spielen 2022 lagen bei über 118 dB. Selbst Barcelonas Spieler zeigten sich nach dem Halbfinale beeindruckt.

Alles zum Deutsche Bank Park

4. Veltins-Arena, Gelsenkirchen — bis zu 122 dB

Die Veltins-Arena hat einen entscheidenden Vorteil: ein komplett schließbares Dach. Wenn die 62.271 Zuschauer bei geschlossenem Dach loslegen, entsteht ein Lautstärke-Niveau, das physisch spürbar ist.

Warum so laut?

  • Schließbares Dach: Kein Schall entweicht. Alles bleibt drin. Der Effekt ist enorm
  • Nordkurve: Schalkes Stehplatztribüne ist eine der aktivsten in Deutschland
  • Rivalität: Derbyspiele gegen den BVB erreichen Dezibel-Werte, die sonst nur in Dortmund gemessen werden
  • Multifunktions-Akustik: Die Arena wurde für Konzerte mitgeplant — die Akustik ist auf Lautstärke optimiert

Bei geschlossenem Dach wurden in der Veltins-Arena schon 122 dB gemessen. Das ist lauter als ein Presslufthammer aus einem Meter Entfernung.

Fun Fact: Die Arena hat eine eigene Brauerei im Stadion. Ob das zur Lautstärke beiträgt, ist wissenschaftlich nicht belegt — aber wahrscheinlich.

Alles zur Veltins-Arena

5. RheinEnergieStadion, Köln — bis zu 110 dB

Köln und Karneval, Köln und Kölsch, Köln und Krach. Das RheinEnergieStadion schafft es regelmäßig in die Top 5 der lautesten Arenen — obwohl es mit 50.000 Plätzen nicht das größte ist.

Warum so laut?

  • Südkurve: Die Kölner Südkurve ist das emotionale Zentrum. Hier wird gesungen, hier wird geweint, hier wird gefeiert
  • Mentalität: Der 1. FC Köln hat eine Fanbase, die auch in der 2. Liga für ausverkaufte Häuser sorgt. Diese Leidenschaft hört man
  • Steile Tribünen: Ähnlich wie in Dortmund sorgt die steile Bauweise für gute Schallreflexion
  • Traditions-Faktor: „Mir stonn zo dir, FC Kölle” ist nicht nur eine Hymne — es ist eine Lebenseinstellung

Köln ist laut, weil Köln Köln ist. Die Stadt lebt für ihren Verein, egal in welcher Liga. Das überträgt sich aufs Stadion.

Alles zum RheinEnergieStadion

Honorable Mentions

Drei Stadien, die es knapp nicht in die Top 5 geschafft haben:

  • Millerntor-Stadion, Hamburg: Der FC St. Pauli hat die treuesten Fans der Liga. Klein aber fein — und verdammt laut
  • Weserstadion, Bremen: Die Ostkurve von Werder ist legendär. Bei Flutlichtspielen eine Wucht
  • Volksparkstadion, Hamburg: Wenn der HSV in Fahrt ist, bebt der Volkspark. 57.000 Hamburger können sehr laut werden

Was macht ein Stadion laut?

Zusammengefasst spielen vier Faktoren die Hauptrolle:

  1. Bauweise: Steile, geschlossene Tribünen reflektieren Schall. Offene Schüsseln verlieren Lautstärke nach oben
  2. Dach: Ein geschlossenes oder tiefes Dach wirkt wie ein Verstärker
  3. Stehplätze: Stehende Fans singen lauter. So einfach ist das
  4. Fankultur: Die beste Architektur hilft nichts, wenn die Fans schweigen. Lautstärke braucht Leidenschaft

Fazit

Deutschlands Stadien gehören zu den lautesten in Europa — nicht weil sie die größten sind, sondern weil die Fankultur stimmt. Stehplätze, steile Tribünen und eine Tradition, die das Singen als Teil des Spiels begreift: Das macht den Unterschied.

Wer einmal in der Südtribüne in Dortmund stand, in der Alten Försterei mitgesungen hat oder bei geschlossenem Dach in Gelsenkirchen dabei war, weiß: Fußball ist kein stilles Hobby.

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