Atmosphäre lässt sich nicht in Dezibel messen — aber manche Stadien sind einfach lauter als andere. Die Bauweise, die Fankultur und die Nähe zum Spielfeld machen den Unterschied. Hier sind die fünf lautesten Fußballstadien Deutschlands — quer durch alle Ligen.
1. Signal Iduna Park, Dortmund
Keine Überraschung auf Platz 1. Der Signal Iduna Park mit seiner legendären Südtribüne ist das lauteste Stadion Deutschlands — und eines der lautesten der Welt.
Warum so laut?
- 24.454 Stehplätze auf der Südtribüne — die größte Stehplatztribüne Europas
- Steile Ränge fangen den Schall ein wie ein Amphitheater
- Die BVB-Fans singen 90 Minuten durch
Peak-Moment: Wenn 81.365 Fans „You’ll Never Walk Alone” anstimmen, vibriert das gesamte Stadion. Messwerte von über 130 Dezibel wurden hier schon gemessen — lauter als ein Düsenjet beim Start.
2. Stadion An der Alten Försterei, Berlin
Das Stadion An der Alten Försterei ist der Beweis, dass Lautstärke nichts mit Größe zu tun hat. Union Berlins Heimat fasst nur 22.012 Zuschauer — und klingt trotzdem wie das Doppelte.
Warum so laut?
- Überwiegend Stehplätze — die Fans stehen dicht an dicht
- Niedrige, geschlossene Bauweise hält den Schall im Stadion
- Eiserne Fankultur: Hier singt jeder, nicht nur die Ultra-Gruppen
- Die Fans haben das Stadion mit eigenen Händen gebaut — die Verbindung ist einzigartig
Peak-Moment: Das Weihnachtssingen mit 28.500 Fans. Ja, Union Berlin füllt sein Stadion zum gemeinsamen Singen von Weihnachtsliedern. Das sagt alles.
3. Deutsche Bank Park, Frankfurt
Die Deutsche Bank Park in Frankfurt hat mit der Nordwestkurve eine der aktivsten Fankurven der Liga. Die Eintracht-Fans sind legendär — nicht umsonst haben sie 2022 die Europa League gewonnen und dabei halb Europa leergesungen.
Warum so laut?
- Die Nordwestkurve ist steil und kompakt
- Eintracht-Fans reisen in Massen zu Auswärtsspielen — die Heimspiel-Atmosphäre ist da noch intensiver
- Tradition trifft auf neue Energie seit den internationalen Erfolgen
Peak-Moment: Europapokalnächte im Deutsche Bank Park. Wenn die Hymne ertönt und knapp 60.000 Fans mitsingen, gehen selbst gestandene Profis auf die Knie.
4. RheinEnergieStadion, Köln
Das RheinEnergieStadion ist die Heimat des Karnevals — und das merkt man auch bei Fußballspielen. Der 1. FC Köln hat eine der treuesten Fangemeinden Deutschlands.
Warum so laut?
- Kölner Mentalität: Feiern gehört zur DNA
- Die Südkurve ist das emotionale Zentrum
- Egal welche Liga: ausverkauft und laut
- Trommeln und Megaphone sorgen für konstanten Rhythmus
Peak-Moment: „Mir stonn zo dir, FC Kölle” — die inoffizielle Hymne, gesungen von knapp 50.000 Kehlen. Da fließen auch beim härtesten Fan die Tränen.
5. Veltins-Arena, Gelsenkirchen
Die Veltins-Arena auf Schalke mag aktuell in der 2. Bundesliga stehen — aber die Nordkurve ist old school und die Lautstärke erstligareif. 62.271 Fans unter einem geschlossenen Dach erzeugen einen Schallpegel, der seinesgleichen sucht.
Warum so laut?
- Geschlossenes Dach bei Heimspielen hält den Schall drin
- Die Nordkurve ist eine der größten Stehplatztribünen
- Schalker Fans sind berüchtigt für ihre Treue — auch in schwierigen Zeiten
Peak-Moment: Derby gegen Dortmund. Egal welche Liga, egal welche Tabellensituation — wenn Schalke gegen den BVB spielt, explodiert die Arena.
Honorable Mentions
- Borussia-Park, Gladbach: Die Nordkurve ist steil, laut und unterschätzt
- Weserstadion, Bremen: Die Ostkurve an der Weser — Tradition pur
- Millerntor-Stadion, Hamburg: Klein, aber der FC St. Pauli macht einen Höllenspektakel
Was macht ein Stadion laut?
Drei Faktoren entscheiden über die Atmosphäre:
- Bauweise: Steile, geschlossene Tribünen reflektieren den Schall. Offene Stadien wie das Olympiastadion verlieren Lautstärke
- Stehplätze: Stehende Fans sind lauter als sitzende — Fakt
- Fankultur: Die beste Architektur nützt nichts, wenn die Fans schweigen
Der deutsche Fußball hat weltweit die höchsten Zuschauerzahlen pro Spiel — und die Atmosphäre ist der Hauptgrund dafür. Erlebt es selbst.