🏆 Ranking

Die 10 ältesten Stadien Deutschlands — Geschichte zum Anfassen

Vom Vonovia Ruhrstadion in Bochum (1911) bis zur SchücoArena in Bielefeld (1926): Die zehn ältesten noch bespielten Fußballstadien Deutschlands und ihre Geschichte.

Moderne Arenen mit Rasenheizung, schließbarem Dach und 60.000 Sitzplätzen beherrschen die Bundesliga. Doch manche Stadien stehen seit über einem Jahrhundert an ihrem Platz — umgebaut, modernisiert, aber nie ersetzt. Sie sind lebendige Denkmäler des deutschen Fußballs. Hier sind die zehn ältesten Stadien Deutschlands, die noch heute bespielt werden.

1. Vonovia Ruhrstadion — 1911 (Bochum)

Das Vonovia Ruhrstadion ist das älteste aktive Profifußball-Stadion Deutschlands. 1911 als Sportplatz des VfL Bochum eröffnet, hat es zwei Weltkriege, unzählige Auf- und Abstiege und mehrere Generationen von Fans überlebt. Mit rund 26.000 Plätzen ist es kein Gigant — aber die Nähe zum Spielfeld und die Atmosphäre im Ruhrgebiet machen es zu einem der authentischsten Stadionerlebnisse der Republik. Das Ruhrstadion beweist: Tradition schlägt Hochglanz.

2. Grünwalder Stadion — 1911 (München)

Am 21. Mai 1911 als Sportplatz des TSV 1860 München eröffnet, ist das Grünwalder Stadion ein Stück Münchner Fußballseele. Bevor die Allianz Arena kam, spielten hier sowohl 1860 als auch der FC Bayern. Heute ist das Stadion im Stadtteil Giesing Heimat von 1860 München und fasst rund 15.000 Zuschauer. Die Atmosphäre ist rau, eng und laut — genau das, was moderne Arenen oft vermissen lassen. Wer echten Stadion-Charme sucht, wird hier fündig.

3. Fritz-Walter-Stadion — 1920 (Kaiserslautern)

Auf dem Betzenberg thront das Fritz-Walter-Stadion seit 1920. Benannt nach der Fußballlegende Fritz Walter, der den 1. FC Kaiserslautern zum Deutschen Meistertitel 1951 und 1953 führte, ist dieses Stadion ein heiliger Ort des deutschen Fußballs. Die Lage auf dem Hügel gibt ihm eine einzigartige Atmosphäre — wenn 49.850 Fans hier den Berg zum Beben bringen, ist das ein Erlebnis, das man nicht vergisst. Die „Westkurve” gehört zu den legendärsten Fankurven des Landes.

4. Stadion An der Alten Försterei — 1920 (Berlin)

Das Stadion An der Alten Försterei in Berlin-Köpenick ist nicht nur alt, sondern auch einzigartig: 2008/2009 bauten die Fans von Union Berlin ihre Heimstätte in Eigenarbeit um — über 2.300 Freiwillige investierten rund 140.000 Arbeitsstunden. Seit der Eröffnung 1920 steht dieses Stadion für Fankultur pur. Heute fasst es rund 22.000 Zuschauer und ist eines der stimmungsvollsten Stadien der Bundesliga. Hier spürt man, was Fußball im Kern ausmacht.

5. Merck-Stadion am Böllenfalltor — 1921 (Darmstadt)

1921 mit einer Festwoche eröffnet, ist das Merck-Stadion am Böllenfalltor die Heimat des SV Darmstadt 98. Das Eröffnungsspiel gewann der SV 98 gegen Helvetia Frankfurt 4:1 — ein Omen für über 100 Jahre Fußball an diesem Standort. Mit knapp 18.000 Plätzen ist es kompakt und charmant. Die Stimmung ist eng und intensiv, das Stadion ein Gegenentwurf zu jeder seelenlosen Mehrzweckarena.

6. RheinEnergieStadion — 1923 (Köln)

Das heutige RheinEnergieStadion steht auf dem Gelände des 1923 eröffneten Müngersdorfer Stadions. Obwohl die aktuelle Arena ein Neubau von 2004 ist, reicht die Stadiongeschichte an diesem Ort über 100 Jahre zurück. Bis zu 50.000 Fans feiern hier den 1. FC Köln — mit kölschem Bier, Geißbock Hennes und einer Atmosphäre, die ihresgleichen sucht. Die Verbindung von Tradition und Moderne ist in Köln besonders gelungen.

7. Rudolf-Harbig-Stadion — 1923 (Dresden)

Das Rudolf-Harbig-Stadion in Dresden trägt den Namen des legendären Mittelstreckenläufers und wurde 1923 eröffnet. Seit 2009 steht hier zwar ein komplett neues Stadion mit 32.000 Plätzen, doch der Standort hat über ein Jahrhundert Sportgeschichte erlebt. Die Fans von Dynamo Dresden sorgen regelmäßig für Gänsehaut-Atmosphäre — die „K-Block”-Kurve gehört zu den lautesten in ganz Deutschland.

8. Eintracht-Stadion — 1923 (Braunschweig)

Das Eintracht-Stadion in Braunschweig wurde ebenfalls 1923 eröffnet und ist die Heimat von Eintracht Braunschweig. Mit rund 25.000 Plätzen ist es ein Stadion mit klassischem Charme und einer treuen Fangemeinschaft. Eintracht Braunschweig war 1967 der erste Deutsche Meister der Bundesliga-Geschichte — und dieses Stadion war dabei. Die Geschichte lebt hier in jeder Tribüne.

9. Deutsche Bank Park — 1925 (Frankfurt)

Ursprünglich als Waldstadion eröffnet, hat der heutige Deutsche Bank Park in Frankfurt eine bewegte Geschichte hinter sich. WM 1974, WM 2006, EM 2024 — und der unvergessliche Europa-League-Triumph von Eintracht Frankfurt 2022, der in diesen Mauern gefeiert wurde. Vom bescheidenen Waldstadion zur modernen Arena mit 59.500 Plätzen: Frankfurt zeigt, wie Tradition und Fortschritt zusammenpassen.

10. SchücoArena — 1926 (Bielefeld)

Die SchücoArena in Bielefeld, ursprünglich als „Alm” bekannt, wurde 1926 eröffnet und ist die Heimat von Arminia Bielefeld. Mit rund 27.300 Plätzen bietet sie eine familiäre Atmosphäre, die größere Stadien nicht erreichen können. Die „Alm” hat ihren Spitznamen nie verloren — und das ist auch gut so. Hier spürt man die Verbundenheit zwischen Verein und Stadt auf jedem Stehplatzrang.


Was diese Stadien gemeinsam haben

Keines dieser Stadien sieht noch aus wie bei seiner Eröffnung. Alle wurden umgebaut, modernisiert, teilweise komplett neu errichtet. Aber der Standort blieb — und damit die Geschichte, die sich in den Boden eingebrannt hat. In einer Zeit, in der Stadien als austauschbare Eventhallen gebaut werden, sind diese zehn Arenen eine Erinnerung daran, dass Fußball an einem Ort wächst, nicht auf einem Reißbrett entsteht.

Wer echte Stadionatmosphäre erleben will, sollte nicht nur in die großen Arenen pilgern. Manchmal sind es die alten Mauern, die die besten Geschichten erzählen.

Alle Stadion-Guides mit Anfahrt, Sitzplan-Tipps und Gastronomie findest du auf stadion.de.

#ranking#geschichte#stadien#tradition#bundesliga

📖 Weiterlesen