📖 Guide

Auswärtsfahr-Guide: Als Gästefan in Berlin — Olympiastadion

Alles was Gästefans für den Besuch im Olympiastadion Berlin wissen müssen: Anreise, Gästeblock, Tipps zur Stadt und warum Berlin mehr als nur ein Pflichtprogramm ist.

Als Gästefan ins Olympiastadion Berlin — der komplette Guide

Das Olympiastadion Berlin ist kein gewöhnliches Fußballstadion. Erbaut 1936 für die Olympischen Sommerspiele, modernisiert für die WM 2006 und Austragungsort des EM-Finales 2024 — hier hat Geschichte ihren festen Platz auf der Tribüne. Wer als Gästefan ins Berliner Westend reist, erlebt ein Stadionerlebnis, das sich von der Masse der deutschen Arenen deutlich abhebt.

Hertha BSC spielt aktuell in der 2. Bundesliga — das bedeutet: weniger Hochrisikospiele, entspanntere Atmosphäre und ein Stadion mit 73.856 Plätzen, das selbst bei überschaubarer Kulisse beeindruckend wirkt. Dieser Guide bereitet euch auf den Trip vor.


Anreise nach Berlin

Mit der Bahn — klar die beste Wahl

Berlin Hauptbahnhof ist eines der größten Bahnhöfe Europas. ICE-Verbindungen aus fast jeder deutschen Stadt machen die Anreise stressfrei:

  • Hamburg → Berlin: ca. 1:45 Stunden
  • Frankfurt → Berlin: ca. 3:45 Stunden
  • München → Berlin: ca. 4 Stunden
  • Köln → Berlin: ca. 4:20 Stunden
  • Dortmund → Berlin: ca. 3:30 Stunden

Vom Hauptbahnhof geht’s weiter mit der U2 — am besten die Linie in Richtung Ruhleben nehmen, bis zur Endstation “Olympia-Stadion”. Fahrzeit: rund 20 Minuten. Die U2 fährt direkt in den Bahnhof unter dem Olympiastadion ein — ihr steigt aus und seid schon mittendrin.

Alternative: Die S3 und S9 halten am Bahnhof “Olympiastadion” auf der Südseite des Olympiaparks. Von dort sind es ca. 10 Minuten zu Fuß durch den Park. Dieser Weg lohnt sich — der Spaziergang durch den historischen Olympiapark stimmt einen perfekt auf das Stadion ein.

Kombiticket: Die Eintrittskarte für Hertha-Spiele gilt als Fahrausweis im VBB-Gebiet (Tarifbereich AB) am Spieltag. Also: Ticket kaufen, hinfahren, einlösen. Berliner ÖPNV ist an Spieltagen euer bester Freund.

Mit dem Auto

Über die A115 (AVUS) Ausfahrt Heerstraße/Olympiastadion, dann einfach der Beschilderung folgen. Das Parkhaus P1 direkt am Stadion fasst rund 5.000 Fahrzeuge — klingt komfortabel, ist aber an Spieltagen zügig belegt. Kosten: ca. 10–15€.

Alternativen:

  • P&R Messe Süd — Parkplätze auf dem Messegelände, von dort Bus oder S-Bahn Richtung Olympiastadion
  • Straßenparken in den umliegenden Wohngebieten ist schwierig und zeitaufwendig — lieber lassen

Empfehlung: Wer aus dem Umland kommt, parkt am besten an einer U2-Station und fährt entspannt durch. Der ÖPNV in Berlin funktioniert auch am Spieltag gut.

Mit dem Fernbus

FlixBus und andere Fernbusse fahren den ZOB Berlin am Funkturm an — Gehweite zur U2, von dort direkt zum Olympiastadion. Sehr praktisch und günstig bei Früh-Buchung.


Der Gästeblock: Was euch erwartet

Der Gästebereich im Olympiastadion Berlin befindet sich in der Nordkurve, Blöcke 39–43. Kapazität je nach Spiel und Risikoklasse zwischen 2.500 und 4.500 Plätzen — für eine 2.-Bundesliga-Partie meist gut ausreichend.

Das müsst ihr wissen:

  • Einlass: Gästefans benutzen ausschließlich den Eingang Nord (Nordseite des Olympiastadions). Gut beschildert vom U-Bahnhof Olympia-Stadion aus.
  • Trennung: Der Gästeblock ist baulich vom Heimbereich getrennt. Kein Zugang zu anderen Tribünen oder dem Olympiapark-Bereich während des Spiels.
  • Stehplätze: Der Gästebereich bietet in der Regel Stehplätze im Unterrang der Nordkurve.
  • Verpflegung: Eigene Kioske im Gästebereich — Berliner Kindl vom Fass, Currywurst und Standardverpflegung. Preise im Berlin-typischen Rahmen.
  • Sicht: Die Nordkurve bietet direkten Blick auf das Spielfeld. Durch die Laufbahn (das Olympiastadion hat eine umlaufende Tartanbahn) ist der Abstand zum Rasen größer als in reinen Fußballstadien — das ist das Berliner Stadion-Erlebnis.
  • Atmosphäre: Ihr steht gegenüber der Ostkurve, dem Stimmungsblock der Hertha-Fans. Bei gutbesuchten Spielen entsteht eine ordentliche Kakophonie — wer die Hertha-Stimmung kennt, weiß, dass die Berliner Fans durchaus lautstark werden können.

Fanartikel und Auftreten

In den Gästeblock: alles problemlos. Auf der Anreise durch Berlin gilt das klassische Prinzip: dezent ist stressfreier, muss aber nicht versteckt werden. Berlin ist eine entspannte Stadt, Übergriffe im ÖPNV sind selten und bei vernünftigem Verhalten kein Thema.


Rund ums Stadion: Der Olympiapark

Das ist das Besondere an einem Besuch im Olympiastadion Berlin: Das Stadion ist eingebettet in den weitläufigen Olympiapark — und der ist allein schon einen Ausflug wert.

Plant mindestens 60–90 Minuten Puffer, um den Park vor dem Spiel zu erkunden:

  • Glockenturm — 77 Meter hoch, Aussichtsplattform mit Panoramablick über Berlin und den Grunewald. Eintritt ca. 5€. Absolut empfehlenswert!
  • Maifeld — die riesige historische Versammlungsfläche hinter dem Stadion. Eindrückliche Weite, historischer Kontext.
  • Waldbühne — Berlins legendärer Open-Air-Veranstaltungsort für bis zu 22.000 Menschen. Auch ohne Konzert einen Blick wert.
  • Schwimmstadion — das historische Olympia-Schwimmbecken, heute noch in Betrieb.
  • Spaziergang durch den Park — einfach laufen, schauen, staunen. Die Anlage ist auch architektonisch einzigartig.

Sicherheit

Das Olympiastadion Berlin ist ein gut gemanagtes Stadion. Die Polizeipräsenz an Spieltagen ist angemessen, der Sicherheitsdienst professionell. Bei Risikospielen (hauptsächlich Stadtderbys, falls relevant) kann es zu erweiterten Kontrollen kommen — aktuell in der 2. Bundesliga meist kein Thema.


Berlin abseits des Stadions

Berlin ist eine der aufregendsten Städte Europas. Wer früh anreist oder ein Wochenende dranhängt — sehr empfehlenswert:

Sehenswürdigkeiten für Fußballfans

  • Olympiastadion Berlin Stadionführung — An spielfreien Tagen oder vor dem Spiel buchbar. Geschichte hautnah: WM 2006, EM 2024, Olympia 1936. Klassische Tour ca. 11€.
  • DFB-Pokalfinale — Jedes Jahr im Mai findet hier das DFB-Pokalfinale statt. Wenn euer Verein es jemals dorthin schafft: Pflicht.

Must-See in Berlin

  • Brandenburger Tor & Reichstag — Das obligatorische Berlin-Programm. Abends beleuchtet besonders beeindruckend.
  • East Side Gallery — Was von der Berliner Mauer übrig ist, künstlerisch aufgearbeitet. 1,3 km Open-Air-Galerie.
  • Topographie des Terrors — Kostenlos, wichtig, erschütternd. Wer die Geschichte des Olympiastadions vollständig verstehen möchte, sollte hier gewesen sein.
  • Alexanderplatz & Fernsehturm — Das Herz von Ost-Berlin. Rauf auf den Turm für den besten Blick über die Stadt.
  • Kreuzberg & Friedrichshain — Für alle, die Berlin lieber mit Bier in der Hand erleben. Bars, Clubs, Street Art, das echte Berlin.

Berliner Kneipen und Treffpunkte für Gästefans

  • Olympia-Biergarten — Direkt am Stadion gelegen. Am Spieltag Treffpunkt — aber hauptsächlich Hertha-Heimfans, daher entsprechend auftreten.
  • Charlottenburg — Der Stadtteil rund um Schloss Charlottenburg (nahe Olympiastadion) hat gute Bars und Restaurants. Perfekt für den Abend nach dem Spiel.
  • Ku’damm (Kurfürstendamm) — Berlins Prachtstraße, 20 Minuten vom Stadion mit der U2. Viele Restaurants, Hotels, Cafés.
  • Schöneberg & Wilmersdorf — Ruhigere, gutbürgerliche Kieze mit solider Kneipendichte. Gute Wahl für die Pause vor dem Rückweg.

Berlin mit dem Fahrrad

Berlin ist sehr fahrradfreundlich. Wer mehr als einen Tag hat: ein Leihrad (Lime, Donkey Bike, Call a Bike) und einfach losradeln. Der Weg vom Olympiastadion in die Innenstadt ist flach und in 40 Minuten machbar.


Übernachten in Berlin

Berlin ist verglichen mit München oder Hamburg noch relativ erschwinglich, aber Preise variieren stark je nach Saison.

Günstig:

  • A&O Hostels — mehrere Standorte in Berlin, solide und zuverlässig. Am Hauptbahnhof besonders praktisch.
  • Generator Hostel in Mitte — gut angebunden, modernes Konzept.

Mittelklasse:

  • Rund um den Hauptbahnhof (Ibis, Motel One, Meininger) — zentral und gut angebunden für die Weiterfahrt.
  • Charlottenburg — Nähe zum Stadion, viele Hotels in verschiedenen Kategorien.

Tipp: Frühzeitig buchen, gerade wenn ein Konzert in der Waldbühne oder ein Großevent in Berlin stattfindet. Die Stadt ist ein Tourismusmagnet.


Checkliste für Gästefans in Berlin

  • ✅ Tickets nur über den eigenen Verein kaufen — keine Einzeltickets im Heimbereich!
  • ✅ Kombiticket nutzen: Eintrittskarte gilt als ÖPNV-Ticket (VBB AB)
  • ✅ U2 bis Olympia-Stadion — der direkteste Weg
  • ✅ 60–90 Minuten früher da sein: Olympiapark erkunden lohnt sich
  • ✅ Bargeld dabei haben — nicht alle Kioske im Gästebereich nehmen Karte
  • ✅ Personalausweis mitbringen (personalisierte Tickets)
  • ✅ Glockenturm nicht vergessen — beste Aussicht über Berlin!
  • ✅ Berliner Currywurst mit Darm bestellen. Es gibt keine andere Option.

Fazit: Lohnt sich die Auswärtsfahrt nach Berlin?

Unbedingt — und zwar nicht nur des Fußballs wegen. Das Olympiastadion Berlin ist eines der geschichtsreichsten Stadien der Welt. Allein die Anlage, der Olympiapark und der Glockenturm machen den Trip zu etwas Besonderem. Dazu eine Stadt, die niemals schläft, und ein Erlebnis, das weit über 90 Minuten Fußball hinausgeht.

Die 2. Bundesliga macht den Besuch aktuell zugänglicher: Tickets sind leichter zu bekommen, die Stimmung entspannter, und das Stadion wirkt auch mit 25.000 Zuschauern historisch. Wer Berlin noch nie gesehen hat — spätestens beim nächsten Auswärtsspiel gegen Hertha ist keine Ausrede mehr möglich.

Mehr zum Stadion: Olympiastadion Berlin — Stadionguide, Anfahrt & Tickets | Signal Iduna Park Dortmund | Allianz Arena München

#guide#berlin#auswärts#olympiastadion#hertha-bsc

📖 Weiterlesen